Maik Eminger (links) zusammen mit dem Münchener Neonazi Karl-Heinz Statzberger (Bildquelle: nsu-watch.info)

Beim NSU Prozessauftakt am Montag im Münchener Oberlandesgericht war auch Maik Eminger, Bruder des Angeklagten André Eminger, anwesend. [1]
Auf seinem Grundstück in Grabow (Potsdam-Mittelmark) wurde sein Bruder am 24. November 2011 von der GSG-9 festgenommen. Dieser soll das Bekennervideo für die NSU produziert und weitere Unterstützungsarbeit geleistet haben.

Zusammen bauten die Zwillingsbrüder zur Jahrtausendwende die Kameradschaft „Weiße Bruderschaft Erzgebirge“ auf. In den nachfolgenden Jahren war er aktiv für die neonazistische brandenburgische Organisation „Schutzbund Deutschland“ und zeichnete sich als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts für Publikationen der Gruppierung. „Schutzbund Deutschland“ wurde im Jahr 2006 verboten. Kurz darauf brachte ein als »Bewegung Neues Deutschland « produziertes Flugblatt den presserechtlich Verantwortlichen Maik Eminger vor Gericht. [2] Potsdamer und Leipziger Neonazis, darunter Sebastian Glaser, Mirko Kubeler, Tom Singer und Istvan Repaczki sowie Tommy Naumann, demonstrierten 2007 vor dem Neuruppiner Landgericht und forderten „Meinungsfreiheit für Maik E.“. Kurze Zeit später standen Sebastian Glaser und Maik Eminger zusammen vor Gericht, da sie zusammen „Rudolf-Heß-Gedenkplakate“ in Potsdam verklebten. Eminger war Organisator dieser Aktion und lagerte die Plakate.
Darüber hinaus ist Eminger Vorsitzender der „Junge Nationaldemokraten“ Potsdam (JN). [3] Zusammen mit Marcel Guse, Carsten Schicke und weiteren Neonazis besuchte er am 16. Februar 2009 eine Bürgerversammlung am Schlaatz auf der über ein neues Asylsuchendenheim diskutiert werden sollte. Im Mai 2010 nahm er, zusammen mit den Potsdamer Neonazis Marcel Guse, Thomas Pecht, Benjamin Oestreich u.a., an einem NPD-Aufmarsch in Brandenburg/Havel teil und trat als Redner auf. [4]

Maik Eminger lebt mit seiner Frau in Grabow. Das ummauerte Gehöft dient für germanische Volksfeste (Sommersonnenwende, Erntedankfest) und wird vermutlich als Bildungszentrum genutzt. Ihre Kinder tragen germanische Namen, eines sogar den Namen „Adolf“. Unweit davon, in Wittbrietzen, lebt Marcel Guse – ein ehemaliger Potsdamer Stadtverordneter der NPD und Jünger von Maik Eminger. [5]

Am Montag, 6. Mai 2013, tauchte Maik Eminger mit dem verurteilten Neonazi und Mitglied der „Kameradschaft München“ Karl-Heinz Statzberger vor dem Gerichtsgebäude als Unterstützer der Angeklagten auf. Nachdem einige Zuschauer_innen das Gebäude verließen, konnten auch die beiden Neonazis dem Prozess im Gerichtssaal folgen, zum Unverständnis aller Angehörigen der Opfer und Prozessbeobachter_innen.

Siehe auch:
André und Maik Eminger: Das Helfer-Duo des Terror-Trios (http://gamma.noblogs.org/archives/1105)
Die weißen Brüder (http://www.zeit.de/2013/16/nsu-helfer-eminger-zwillinge/komplettansicht)

[1] http://www.nsu-watch.info/2013/05/prozessauftakt-gegen-nsu-vor-dem-oberlandesgericht-munchen/
[2] http://www.inforiot.de/content/vorbildlicher-volkstod
[3] http://www.maerkischeallgemeine.de/mazarchiv/detail.php?article_id=2464741
[4] http://media.de.indymedia.org/images/2010/05/282243.jpg
[5] http://www.zeit.de/2013/16/nsu-helfer-eminger-zwillinge/seite-5

Bild: nsu-watch.info