Stadtsportbund unterstreicht seine Ohnmächtigkeit gegen Neonazis in den eigenen Reihen

Der Judoka Paul Elm (links) und Nico H. in kämpferischer Pose

Unsere Veröffentlichung vom 8. April 2013 unter dem Titel „Potsdamer Neonazis auch 2013 sportlich?“ [1] erzeugte in den letzten Tagen ein Medienecho und verschiedene Reaktionen Potsdamer Sportvereine und des Stadtsportbundes. [2]
Nach den Berichten über weitere Neonazis in städtischen Sportclubs wurde am 16. April 2013 eilig die Satzung des Stadtsportbundes geändert. Bereits seit mehreren Monaten wurden überarbeitete Passagen angekündigt, jedoch nicht eingearbeitet. Einstimmig beschlossen alle Potsdamer Vereine nun den Satzungszusatz: „Die Vereine treten Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und anderen Formen des Extremismus öffentlich klar entgegen“.

Damit sind dann auch sogenannte „Linksextremist_innen“ gemeint, die in feinster Extremismusrhetorik mit Neonazis gleichgesetzt werden, zu denen der Verfassungsschutz „die Antifa“ oder auch die Linkspartei zählt.

In jüngster Vergangenheit gab es immer wieder Debatten um die sogenannte „Extremismusklausel“ der derzeitigen Bundesregierung. Diese Klausel, nach der Vereine, die staatliche Förderung erhalten, sich zur „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ bekennen sowie dies ebenso für etwaige Kooperationspartner_innen garantieren sollen, entstand unter Federführung der Familienministerin Schröder in Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz. [weiterlesen]

Potsdamer Neonazis auch 2013 sportlich?

Thomas Pecht (5. v. l.) am 13. Mai 2012 als Spieler von "Eintracht 90 Babelsberg" gegen "FSV Babelsberg 74 III"

Im vergangenen Jahr lag unser Schwerpunkt auf der Problematisierung organisierter Potsdamer Neonazis im Kontext von lokalen Fußballclubs, Fan- bzw. Hooliganstrukturen wie auch anderen Sportvereinen.
Anfang dieses Jahres lässt sich durch den Rückblick auf (nicht erfolgte) Pressereaktionen und Statements der entsprechenden Vereine sowie die Betrachtung des status quo bereits konstatieren, dass sich an der Ausgangssituation nur wenig geändert hat.
Die betreffenden Neonazis sind weiterhin in den Vereinen aktiv, bestreiten für diese Spiele, Wettkämpfe und präsentieren damit ihre Vereine in der Öffentlichkeit. So schießt Thomas Pecht nach wie vor für „Eintracht 90 Babelsberg” Tore, wie zuletzt am 3. Februar in einem Testspiel [1], und Mario Schober ist stets bei öffentlichen Auftritten der „Panthers“, z.B. am 01.09.2012 im Stadtteil Stern und am 19.10.2012 in Eiche anzutreffen und auch auf der Homepage des Vereins in zentraler Stellung für das Senior-Team positioniert. [2]
Interessanterweise war dieser jedoch nicht beim Auftritt der „Panthers“ auf dem „Fest für Toleranz“ am 15.09.2012 am Hauptbahnhof anwesend. Obwohl Schober sich auch auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs, wo die NPD eine Demonstration angemeldet hatte, nicht blicken ließ, lag beides jedoch im Rahmen des Möglichen. [weiterlesen]

„Fourth Time“ in der Defensive

Die neue Website von "Fourth Time" - ohne Neonazi Gabor Grett, dafür nur noch mit RechtsRocker Sacha Korn

Die Neonazimarke „Fourth Time Clothing Brand“ aus Teltow reagiert auf die öffentliche Kritik von letzter Woche und versucht sich als unpolitisch darzustellen, sowie die Angriffsfläche für Kritiker_innen zu verkleinern. [1]
Wenige Tage nachdem der Informationsdienst „Blick nach Rechts“ und wir [2] Artikel über die Marke, deren Verstrickungen ins Neonazimillieu sowie ihre Symboliken, veröffentlichten, versucht diese nun der Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Durch eine eigene dargestellte Interpretation der genutzten Symboliken wird versucht, eine entsprechende Deutung entgegen zu bringen. [3] [weiterlesen]

Jens Knöchel – Potsdamer Neonazi als Bundensfreiwilligendienstler

Jens Knöchel als Bundesfreiwilligendienstler (am 8. März 2013 in den PNN)

Am 8. März 2013 berichteten die „Märkische Allgemeine Zeitung“ und die „Potsdamer Neueste Nachrichten“ über den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Potsdam. [1] Als Beispiel für einen „optimalen“ Bundesfreiwilligendienstler wird der 36-jährige Potsdamer Jens Knöchel befragt. Er gibt an, „gern draußen in der Natur“ zu sein und möchte sich beruflich neu orientieren. Zuvor war er im Baugewerbe tätig.
Was MAZ und PNN möglicherweise nicht wissen, ist, dass sie dadurch mal wieder einen Neonazi als Saubermann präsentieren.
Jens Knöchel ist seit spätestens 2005 in der Potsdamer Neonaziszene unterwegs.
Er besuchte zusammen mit Berliner und Potsdamer Neonazis die „Chamäleon-Prozesse“ am Amtsgericht Potsdam im Frühsommer 2005. Damals versuchten die Neonazis durch massive Präsenz, antifaschistische Prozessbeobachter_innen sowie Zeug_innen einzuschüchtern. Im Zuge dessen kam es auch zu gewalttätigen Übergriffen. Jens Knöchel war an diesen Aktionen direkt beteiligt. [weiterlesen]

Potsdamer Neonazis und die Marke „Fourth Time“

Gabor Grett als Model für die Bekleidungsmarke "Fourth Time"

„Fourth Time“ – so nennt sich eine neue Neonazi-Bekleidungsmarke aus Brandenburg. Das Label wurde in Teltow gegründet und im Juli 2011 patentrechtlich eingetragen. [1] Die ästhetische Aufmachung sowie verschiedene Motive erinnern schnell an bekanntere neonazistische Bekleidungsmarken wie „Thor Steinar“ oder „Eric and Sons“. Wie diese Marken, will auch „Fourth Time“ durch den Vertrieb von Kleidung mit neonazistischen Inhalten Geld verdienen. Anhaltspunkte für eine deutliche Verbindung ins neonazistische Milieu liefert „Fourth Time“ genügend. [weiterlesen]

Schober und Pecht noch immer etabliert – Vereine hofieren Neonazis

Mario Schober in der Print-Ausgabe der MAZ vom 22. Mai 2012

Ein weiteres mal wird der Neonazi Mario Schober [1] mit Bild in einer Potsdamer Tageszeitung abgebildet. Ein weiteres Mal wird die neonazistische Gesinnung Schobers nicht thematisiert, obwohl mehrere Informationen zu seinem Umfeld und seinem Verhalten bekannt sind.[2]

Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) berichtete in ihrer Ausgabe vom 22. Mai 2012 auf Seite 22 über einen Elfmeter, den Mario Schober nicht gehalten und so einen Sieg für den Verein verhindert hat. Dazu ist ein Bild von ihm abgedruckt.

Während andere Sportvereine halbherzig versuchen, neonazistische Tendenzen in ihren Reihen durch einen „Ehrenkodex“ zu bekämpfen, und so wenigstens thematisieren [3], verschließt sich Fortuna Babelsberg solchen Ansätzen offensichtlich vollständig. Der Verein sicherte zu, dass es „keine Probleme dieser Art“ bei ihnen gebe. „Rechtsradikalismus wird bei uns mit Sicherheit nicht geduldet“ war ein Tenor. Dass Mario Schober trotzdem als Torwart spielen kann, konterkariert diese Aussage und zeigt die offensichtliche Akzeptanz von Neonazis im Verein. Sowohl Spieler, als auch Funktionäre, scheinen sich nicht an Schober und seiner politischen Einstellung zu stören. [weiterlesen]

Gewaltromantik trifft auf Neonazidenken – „Crimark“ – Neonazi-Hools in Rot-Weiß

Paul Udo Kulze bei einem Spiel des "FC Union Berlin"

Durch den sportlichen Erfolg des Fußballclubs Union Berlin haben sich auch in Brandenburg, speziell im Raum Potsdam, verschiedene Fangruppierungen gebildet. Der Fanzusammenschluss „Crimark“ fällt allerdings weniger durch Engagement für ihren Fußballverein, sondern vielmehr durch Einschüchterungsversuche gegnerischer Fußballfans und durch Nähe zum neonazistischen Milieu auf.
Immer wieder werden so genannte „Matchangebote“ gemacht, um mutmaßliche Gegner_innen so zu einem abgesprochenen Hooligan-Kampf einzuladen. Textilien, Aufnäher und Buttons anderer Vereine werden den entsprechenden Anhänger_innen oft sofort an Ort und Stelle, unter Anwendung von Gewalt, entwendet. „Crimark“ ist in der Lage in kurzer Zeit mehrere Mitglieder, zu denen augenscheinlich keine Frauen gehören, an zentralen Orten in Potsdam zu versammeln und so massiven Druck auf einzelne Personen auszuüben, die nicht „in ihre Stadt“ und ihr beschränktes Weltbild gehören.

Auf Kuschelkurs mit Neonazis

Eine Nähe der Gruppe zu neonazistischem Gedankengut lässt sich nicht leugnen. So existiert beispielsweise ein YouTube-Kanal unter der Bezeichnung „Crimark88“ [1 und 2], welcher augenscheinlich von Personen aus dem Umfeld von „Crimark“ genutzt wird. Dort werden diverse Videos der RechtsRock-Bands „Sleipnir“, „Kategorie C“ und des Neonazi-Videoprojekts „Volksfront Medien“ positiv bewertet und kommentiert. Das Lied „Wir Rocken das System“ der Band „Sleipnir“ wurde beispielsweise mit „criMARK Union Berlin! Die Mark bleibt Deutsch!“ kommentiert. [weiterlesen]

Neonazis unter alt-neuem Namen: Die „Sektion Potsdam“

Potsdamer NeoNazis mit "Sektion Potsdam"-Transparent am 25. März 2012 in Grube

Am 25.03.2012 fand eine antifaschistische Demonstration in Potsdam-Grube, dem Wohnort des Ladenvermieters des Geschäftes „Tønsberg“ in Weißensee, statt. [1] „Tønsberg“ ist ein neonazistisches Geschäft der Marke „Thor Steinar“, die als eine der bekanntesten Modemarken in der neonazistischen Szene gehandelt wird.
Aus diesem Grund ließen es sich einige Neonazis nicht nehmen, am besagten Tag ebenfalls nach Grube zu fahren, um dort eine Gegenkundgebung durchzuführen.

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Thomas Pecht: Volkssport für die Volksgemeinschaft?

Thomas Pecht am 9. Dezember 2006 in Berlin

Thomas Pecht am 9. Dezember 2006 in Berlin

In den letzten Wochen hat in Potsdam der Neonazi Mario Schober durch sein sportliches Engagement in verschiedenen Sportvereinen der Landes-hauptstadt für Aufsehen gesorgt. Er ist aber nicht der einzige, dem diese Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Auch der Potsdamer Thomas Pecht, der seit mittlerweile acht Jahren in der Neonaziszene der Landeshauptstadt aktiv ist, treibt in seiner Freizeit Sport. Momentan spielt er Fußball in der zweiten, gelegentlich auch in der ersten, Männer-Mannschaft von „Eintracht Babelsberg 90“. [1] Dies tut er, in diesem Verein, seit dem Sommer 2007. [2]
Davor spielte er für die zweite Männer-Mannschaft der „Potsdamer Sport-Union 04“. [3] [weiterlesen]

JN trifft sich erneut im Hotel „Jägerhof“

 

Das Hotel "Jägerhof" in Seddin

Wie einer E-Mail, die uns am 02.03.2012 erreichte, zu entnehmen ist, soll am Freitag den 24.02.2012 im Seddiner Hotel „Jägerhof“ (Leipziger Str. 2, Seddin) eine Veranstaltung der „Junge Nationaldemokraten“ Potsdam (JN) stattgefunden haben. Die JN gelten als Jugendorganisation der neonazistischen NPD und sind in Potsdam eng mit der Neonazikameradschaft „Freie Kräfte Potsdam“ verbunden.

So überraschend dies ist, so wenig verwunderlich ist es, dass solche Veranstaltungen dort stattfinden können. Denn diese war nicht das erste Neonazitreffen im „Jägerhof“. [weiterlesen]



Auf diesem Blog werden wir in unregelmäßigen Abständen über die Potsdamer Neonaziszene berichten.
Dabei wird es neben ihren Protagonist_innen, Strukturen und Aktivitäten auch immer wieder um ihre Rolle im Brandenburger Kontext, sowie darüber hinaus, gehen.

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